Filme sind Projektionen an einer Leinwand, im Fernseher. Jedes Kind weiß, dass Filme nicht real sind, sondern dass Schauspieler vor einer Kamera stehen und einen vordefinierten Text in einer festgelegten Reihenfolge aufsagen. In diesem Bewusstsein schauen wir Harry Potter, Star Trek oder Tatort.

Vor ein paar Tagen entdeckte ich in der ‚brand eins‘ folgende Darstellung:

brandeins-07-2015-Die-Welt-in-Zahlen.png

brand eins, Die Welt der Zahlen, 07-2015

 

Auf den ersten Blick entsteht der Eindruck, dass für die Franzosen die Zahl der US-Spielfilme den Anteil der USA am Sturz von Hitler veränderte. Spannender Blickwinkel.

Wie sagte mein Mathematiklehrer Herr Haug: Die Wiederholung ist die Mutter der Weisheit!

Kenneth Boulding drückt es wie folgt aus (in ‚Die neuen Leitbilder‘):

»Nehmen wir z. B. an, daß uns jemand etwas sagt, das mit unserem Bild von einer bestimmten Person nicht übereinstimmt. Unsere erste Reaktion ist, die dargebotene Information als falsch abzutun. Erhalten wir jedoch weiterhin Nachrichten, die unserem Leitbild widersprechen, so beginnen wir zu zweifeln; und eines Tages erhalten wir dann eine Nachricht, die unser bisheriges Leitbild über den Haufen wirft; wir revidieren es dann völlig. Der Menschen, in dem wir bisher einen vertrauten Freund sahen, erscheint nun als falsch und heuchlerisch.«

Kenneth Boulding

Sicherlich lässt sich die dargestellte Veränderung in Frankreich nicht auf einen einzelnen Faktor zurück führen, doch sie gibt einen Hinweis darauf, dass wir darauf achten sollten, womit wir unser Gedanken füttern. Und wenn wir sehr oft eine ähnliche Nachricht in unterschiedlichen Formen erhalten, so prägt er unsere Realität, unsere Konstruktion der Vergangenheit und unsere Erwartungen an die Zukunft. Er verändert deine Gedanken. Kenneth Boulding spricht von Leitbildern.

»Die Bedeutung einer Nachricht liegt in der Veränderung, die sie im Leitbild erzeugt.«

Kenneth Boulding

Deshalb sei achtsam bei den kleinen Nachrichten, die großen Nachrichten blenden oft. Achte auf deine Gedanken. Sie prägen deine Realität, sie prägen dein Sein!

Dani Levy, ein Regisseur, drückt es so aus.

Film heißt für mich nicht Traumfabrik, sondern Betrug.
Film, zumindest Spielfilm, kann keine Wahrheit abbilden,
sondern schafft eine inszenierte Realität
und bedient sich mit Hilfe von Tricks der Fantasie der Zuschauer.
Bis heute bin ich der Überzeugung, dass Film ein antiautoritäres,
löchriges Unterfangen sein soll,
das den Zuschauer anstachelt,
durch die Ritzen ins Innere eines Films zu schlüpfen
und mündig zu werden.
Mitzudenken, mitzufühlen, mitzukreieren,
anstatt eine hermetische Wahrheit zu schlucken,
die Autorität heischt.

Dani Levy (Regisseur), Zeit, Ich habe einen Traum, 11.01.2007