Generell sterben an Montagen ca. 20 % mehr Menschen an einem Herzinfarkt, als an anderen Wochentagen. Das stimmt nachdenklich.

»Medizinische Studien stellten fest, dass sich die meisten Herzinfarkte am Montagmorgen zwischen 9 und 10 Uhr ereignen, in dem Zeitpunkt, wo Millionen dahin zurückkehren, wo sie sich selber verleugnen müssen, an einen Arbeitsplatz, der belastend, langweilig, verhasst, über- oder unterfordernd ist und der nichts mit dem persönlichen Entwurf zu tun hat.«

Niederberger, 2005, Am liebsten beides, Frankfurt am Main, S. 44

Herzinfarkt, denken wir da nicht alle an die Raucher, an die Menschen mit Übergewicht, wenig Bewegung, die fettiges Essen und Getränke mit viel Zucker trinken?

Doch wir können uns auch fragen, welche Verantwortung tragen Führungskräfte für ihre Mitarbeiter, damit diese keine Herzinfarkt erleiden? Fredmund Malik schreibt dazu auch, dass es die Aufgabe der Führungskräfte ist die Stellen so zu gestalten, dass die Menschen sich dort mit ihren Stärken wieder finden können. Doch wie oft gestalten wir Stellen nach Stellenprofilen, unabhängig von dem Mensch, der diese Stelle ausfüllen soll.

Es gibt das Wort „Mitarbeiter“. Ein abstrakter Begriff für Menschen, die gemeinsam an einer Sache arbeiten. Ein Begriff um die Versachlichung in der Arbeit zu erleichtern. Es gibt keine Mitarbeiter, keine Arbeiter, keine Angestellten. Es gibt nur Menschen, wie du und ich.

Und wenn wir gemeinsam an etwas arbeiten, dann haben wir auch Verantwortung füreinander. Und Führungskräfte haben dabei mehr Verantwortung, sonst wären sie keine Führungskräfte. Zu dieser Verantwortung gehört auch, dass Führungskräfte wissen, dass die Menschen, für die sie Verantwortung übernommen haben, besonders Montags, am ersten Tag der Arbeitswoche, überdurchschnittlich häufig einen Herzinfarkt erleiden.

Und wie gehst du mit dieser Verantwortung um?