Wissen ist Macht verführt zu der Annahme, dass Wissen wirklich Macht bedeutet. Genauer wäre: Wissen ist potentielle Macht. Wissen ist auch Ohnmacht, vor lauter Wissen nicht wissen was tun, nicht ins Handeln kommen. Darüber hinaus verhindert Wissen oft lernen.

Wissen führt zur Ohnmacht,

Davon handelt diese kurze Geschichte (in Anlehnung an ‚Vom Vorteil, gut zu sein‘, Niklaus Brantschen).

»Zwei Knaben bekommen von ihrem Onkel ein Taschenmesser geschenkt. Der eine legt es in die Schublade und vergisst es wieder. Der andere freut sich am Messer und nutzt es eifrig. Er bearbeitet einen Holunderstängel, schneidet Weidenzweige, schnitzt sich aus Holzresten Spielzeug …

Eines Tages fragt ein Verwandter der Knaben nach einem Taschenmesser. Der eine sagt: „Ja, ich habe einmal eines geschenkt bekommen, aber ich habe es verlegt und weiß auch nicht wo es gerade ist.“ Während der andere entgegnet: „Hier ist es, ein gutes Messer. Ich habe es kürzlich neu geschliffen.«

Im Gebrauch liegt der Wert von allem. In Gedanken ist jedes Messer stumpf. Dazu Ignatius von Loyola.

»Nicht das viele Wissen vermöge des Menschen Herz zu erfüllen, sondern das ‚Innerlich die Dinge Verspüren und Schmecken‘.«

Ignatius von Loyola

Wissen verhindert lernen

Wissen verhindert lernen.

  • Wer Wissen besitzt, lehnt neue Erkenntnisse meist ab, es stellt sein Wissen zu sehr in Frage.
  • Wer Wissen besitzt, blendet meist neue Informationen, die sein Wissen nicht bestätigen, unbewusst aus.
  • Wer Wissen besitzt, wertet andere ab. Unterscheidet in Wissende und Unwissende, wobei sein Wissen der Maßstab ist.
  • Wer Wissen besitzt, verknüpft oft sein Ego an sein Wissen. Wer sein Wissen in Frage stellt, stellt ihn an Mensch in Frage.

Dies ist keine Fürsprache für Unwissenheit, sondern für Demut und Achtsamkeit.

»Kapitel 27 des Dàodéjīng besagt, dass die Besten ihres Faches nicht an Axiome, Regeln und Einschränkungen gebunden sind, sondern sich von ihrer offenen, intuitiven Phantasie leiten lassen. Dies heißt jedoch nicht, dass sie ihren Geist nicht durch breite und gründliche Studien vorbereitet hätten.«

Greg Johanson, Ron Kurtz

Abschlußfrage

Gebrauchts du dein Wissen in deinem Tun? Stellst du dein Wissen in Frage? Darf jemand dein Wissen in Frage stellen, ohne dich in Frage zu stellen?

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