Erich Fromm schreibt von Pseudo-Denken: Ein Nachplappern von fremden Worten in dem Glauben, man sei der geistige Urheber davon (aus ‚Authentisch leben‘, S. 94-95). Woher weiß ich, was ich weiß? Plappere ich nach? Benutze ich MEINEN Verstand?

Quintessenz

  • Die zentrale Frage lautet: Wer definiert dich?
  • Wer dich definiert, der bestimmt, was du denkst.
  • Wer bestimmt was du denkst, lenkt dein Leben.
  • Wenn ein Anderer (Familie, Partner, Arbeit, …) dein Leben lenkt, verlierst du dich selbst.
  • Wenn du dich selbst verlierst, dienst du den Narzissen als Dünger.
  • Es ist nie zu spät, selbst zu denken.
  • Wenn du anfängst, selbst zu denken, verändert sich dein Leben.
  • Erwarte Widerstand auf dem Weg zum eigenständigen Denken.
  • Wer selbst denkt, lebt als Original, einmalig und wundervoll.


Kraftvollen Worte zur Vertiefung

»Die Welt steht Ihnen offen. Sie glaubten, sie seien für Großes vorherbestimmt. Ebenso wie viele von Ihnen. Aus ihren Augen spricht die Hoffnung, ebenso wie aus ihren. Haben sie gewartet, bis es zu spät war, um aus ihrem Leben auch nur einen Jota dessen wahr werden zu lassen, wozu sie fähig waren. Denn sehen Sie Gentleman, diese Jungs dienen jetzt den Narzissen als Dünger!«

Wer definiert dich?

Freiheit deklarieren wir in der westlichen Gesellschaft als ein wichtiges Gut. Doch wer genauer hinschaut, erkennt die Abhängigkeiten, die Beeinflussungen. Vieles in unserer Welt nimmt Einfluss auf unsere Gedanken, unsere Erinnerungen, unsere Bewertungen.

In diesem, unserem eigenen Umfeld, versuchen wir einen Platz zu finden, eine Rolle einzunehmen. So verlieren sich im Laufe der Jahre deine Ideale, deine Träume, deine Werte. Unmerklich wendest du dich von dir selbst ab und passt dich ganz langsam an die Erwartungen anderer an.

Irgendwann tust etwas, obwohl du etwas anderes tun wolltest. Du findest dich mit Dingen ab, die du tief in dir drin ablehnst. Du hörst auf, etwas zu verändern, weil du den Eindruck hast, dass du nichts verändern kannst. An diesem Punkt definieren andere dein Leben. Du dienst Narzissen als Dünger.

Falls Du es nicht möchtest, dann kannst du es ändern. Falls du damit weiterleben willst, lese diesen Beitrag nicht.

 

Benutze deinen Verstand

Er beginnt damit, dich zu erkennen. Eine Folge deiner Erkenntnis könnte bedeuten, dass du Einstellungen, Glaubenssätze, Gedanken entdeckst, die dir nicht gefallen. Eine wundervolle Methode, sich selbst auf die Schliche zu kommen, beschreibt Nancy Kline in ‚Time To Think‘. Wesentliche Voraussetzung hierfür sind ein guter Zuhörer, keine Unterbrechungen und Zeit.

Auf deinen Weg Hans Kaspar.

»Kühner, als das Unbekannte zu erforschen, kann es sein, das Bekannte zu bezweifeln.«

~ Hans Kaspar

 

Nutze deine Abwertungen

Wahrscheinlich entdeckst du Gedanken in dir, die du ablehnst, die du nicht magst, die so gar nicht zu dir passen. Deine Energie der Ablehnung dieser Gedanken kannst du nutzen. Schaue sie genauer an. Es lohnt sich.

Statt dich für deine Gedanken abzuwerten, kannst du erforschen, in welchen Bereichen in deinem Leben diese Gedanken dein Sein beeinflussen.

»If you’re always trying to be normal, you will never know how amazing you can be.
(Wenn du immer versuchst normal zu sein, wirst du nie erfahren, wie wundervoll du wirklich bist.)«

~ Maya Angelou

 

Was tun mit der Erkenntnis?

Gratuliere, du hast jetzt einen ersten Eindruck, wie sich deine Abwertungen auf dein Leben auswirken. Vielleicht fragst du dich, wie du dies verändern kannst. Vielleicht kommt es dir unrealistisch und unmöglich vor, dort etwas zu verändern. Du weißt nicht, wo anfangen.

Ja, das sind berechtigte Zweifel. Gleichzeitig hast du bereits etwas verändert. Mit deiner Erkenntnis der Abwertungen und der Verbindung zu deinem Leben, hast du etwas sehr wichtiges verändert. Deine Achtsamkeit ist verstärkt und sie wird genährt von deinem Wunsch etwas zu verändern. Es mag dir vielleicht als kaum erwähnenswertes erscheinen. Doch diese beiden Punkte sind der Anfang der Veränderung!

 

Ein Anfang reicht dir nicht?

Veränderung beginnt im Kopf. Dort hast du bereits die ersten beiden Schritte (Erkenntnis und der Wunsch nach Veränderung) erfolgreich gemeistert. Jetzt gilt es mutig zu sein, und die Dinge, die dir nicht gefallen im Kopf neu zu denken. Male dir deine neuen Situationen in allen Facetten, im Detail aus. Durchlebe sie gedanklich mehrfach.

  • Wie fühlst du dich dabei?
  • Was wirst du sagen?
  • Wie sind die Reaktionen?
  • Welche Körperhaltung hast du?
  • Wie atmest du?
  • Welche Mimik zeigst du?

Sobald du dies tust, geschieht etwas wundervolles. Deine Realität wird sich verändern. Du wirst wahrscheinlich gar nicht beschreiben können, warum sich etwas verändert, doch es passiert. Kurt Lewin beschrieb dies einmal so.

»You cannot understand a system unless you change it.
(Du kannst ein System nicht verstehen, solange du es nicht veränderst.)«

~ Kurt Lewin

 

Erwarte Widerstand

Auf deiner Reise wird vieles passieren. Du wirst an innerer Stärke gewinnen, an Selbstsicherheit, an Lebensfreude, an Lebensenergie. Doch sei dir gewiss, du wirst auf Widerstand stoßen. Der erste Widerstand geht von dir selbst aus. Du wirst zweifeln, ungläubig zaudern, dich für verrückt erklären und deinen Weg für unsinnig erklären.

Der zweite Widerstand kommt von außen. Familie, Freunde, Bekannte sagen und schreiben dir, dass sie dich nicht wiedererkennen. Dass du gar nicht du bist, sondern dass du ein anderer bist. Sie fordern dich auf, in dich zu gehen und von diesem Unsinn abzulassen.

In Wirklichkeit sagen und schreiben sie dir folgendes: „Das Bild, was ich über Jahre von dir in meinem Kopf gemalt habe, passt jetzt nicht mehr zu deinem Verhalten. Ich will mein Bild von dir nicht verändern und erwarte von dir, dass du dich so verhältst, wie es mein Bild in meinem Kopf von dir entspricht. Ich habe es mir mit dir jetzt so gemütlich eingerichtet, es paßt alles in mein Weltbild. Es verunsichert mich nämlich, dass mein Bild nicht mehr passt und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Wenn du dich veränderst, dann verändert sich etwas für mich, dass will ich nicht.“

Habe Mitgefühl mit deinem Umfeld. Veränderungen sind für manche Menschen eine Bedrohung. Nimm sie an, so wie sie sind, versuche nicht, sie ebenfalls zu verändern. Dieser Impuls kommt aus einem Selbst und kann nicht von außen gesteuert werden.

 

Du wirst gewinnen und du wirst verlieren

Dein eigenständiges Denken und Handeln geht einher mit neuen Einsichten, neuen Werten, neuen Routinen. Diese dir ureigene Veränderung wird dazu führen, dass du mit manchen Menschen aus deinem Umfeld weniger Kontakt oder keinen Kontakt mehr haben möchtest. Es fühlt sich nicht mehr stimmig an. Gleichzeitig wirst du Menschen begegnen, mit denen du gerne in Kontakt bist, die dich und deiner Art zu leben, zu bereichern.

 

Abschlussfrage

Deine Gedanken bestimmen dein Leben. Bist du deiner Gedanken bewusst, so lebst du dein Leben. Bestimmen andere über deine Gedanken, so lebst du deren Leben.

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  • Janina

    Du hast einen wirklich tollen Blog mit vielen spannenden Themen! Auch diesen Beitrag finde ich super und finde, du triffst das Thema „man selbst sein“ ziemlich gut damit 🙂 Liebe Grüße, Janina von http://www.lebensbeat.com

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