Es gibt sie, die Unikate, die Menschen, die ihr Leben leben, die es gestalten, die es unabhängig gestalten. Die Abseits der ausgetretenen Pfade sind, die eigene Wege gehen, die neue Wege erschaffen. Wer neue Wege erschafft, der hat es meist schwerer als diejenigen, die geteerte Straßen gehen. Doch er erlebt mehr, entdeckt mehr, vor allem entdeckt er sich selbst mehr.

Hier ein kurzer Auszug eines Interviews mit Stephan Hamann (Zeitschrift  BioBoom), ein Heidschnuckenschäfer.

»Frage: Sie selbst sind nicht als Heidschnuckenschäfer geboren, oder?

„Nein, ich bin Quereinsteiger, habe in Hannover Architektur studiert, ebendort ein Buskollektiv mitbegründet, lange in Berlin gelebt und bin durch die Welt gereist. Dann bin ich der Liebe wegen hier gelandet. Heidi, meine heutige Frau, die ich aus dem Buskollektiv kannte, hatte hier eine kleine Landwirtschaft.

Am Anfang habe ich noch EDV-Schulungen in Architekturbüros und so was gemacht.

Irgendwann dachte ich: So ein Quatsch. Wenn ich hier auf dem Land lebe, dann will ich auch vom Land leben.

So fing ich an mich mit Heidschnucken zu beschäftigen. Heute haben wir immer noch einen Gemüsegarten, Obstbäume und ein paar Hühner, aber wir sind keine Selbstversorger im klassischen Sinne mehr.“

 

Frage: Bei Ihnen auf dem Hof hat man so ein bisschen das Gefühl, in eine andere Zeit zurückversetzt zu sein.

„Ja, ich weiß. Wir mussten mal so einen Fragebogen zum Immobilienbestand ausfüllen.

Und da mussten wir ankreuzen, ob wir ein WC haben. Haben wir nicht. Wir haben glücklicherweise unser Plumpsklo nach wie vor im Stall.

Da kam wirklich eine Frau vom Landkreis, guckte sich das ungläubig an und meinte: ‚Sie leben ja unter Sozialhilfeniveau!‘

Und da waren wir wieder bei der Frage: Was ist eigentlich Lebensqualität?“

 

Frage: Dabei haben Sie sich für einen Lebensstil entschieden, den die meisten Menschen wohl als sehr anstrengend und umkomfortabel empfinden würden. Was schätzen Sie so daran?

„Jetzt findet mein Leben hier statt, das hier ist mein Ding. Es gibt so viele Leute, die arbeiten elf Monate im Jahr, damit sie einen Monat das machen können, worauf sie eigentlich Lust haben.

Unser Leben findet immer statt, nicht nur im Urlaub.

Wir brauchen keine Erholung davon, obwohl es auch anstrengend sein kann und natürlich auch nicht immer alles toll ist.

Zum einem guten Leben gehört nicht immer mehr Kohle. Wir haben von allem mehr als genug, wir brauchen nicht noch mehr. Das gibt eine innere Zufriedenheit.“«

 

Wer mehr über Stephan Hamann erfahren möchte, hier auf http://www.hofschwarzesmoor.de.

 

Zwei Fragen zum Abschluss?

  • Was ist eigentlich Lebensqualität für dich?
  • Kennst du deinen Weg, ist es der geteerte Weg – oder ist es ein von dir geschaffener Weg

Wenn du den geteerten Weg gehst, beklage dich nicht, dass es nicht dein Weg ist – sondern ein Weg von anderen, von vielen. Wenn du deinen Weg gehst, beklage dich nicht, dass er nicht die Komfortzone eines geteerten Weges bietet.

Übernehme in beiden Fällen die Verantwortung für den von dir gewählten Weg und die Konsequenzen deiner Wahl.

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