Wie wäre die Welt doch schön, wenn die Anderen so wären, so wie wir sie gerne hätten. Wenn sich die Anderen nur endlich zum Besseren verändern würden, wenn die Anderen einsehen würden, wie sehr sie sich selbst schaden mit ihrem Verhalten.

»’Eigentlich‘ könnten wir in einer sehr guten Welt leben, wenn nur die Anderen sich verändern würden!« Dieser Satz klingt vielleicht merkwürdig, doch leider ist er weit verbreitet.

»Die besten Reformer, die die Welt je gesehen hat, sind die, die bei sich selbst anfangen.«

George Bernhard Shaw

Das ist die erste Hürde der Veränderung: Verändern sollen sich die Anderen!

Ist diese Hürde genommen, dann geht es weiter.

Wenn die Anderen sich nicht verändern, dann sollte ich mich verändern. OK, dazu wäre ich ja bereit, ABER „Was kann ich schon tun?“. Wenn ich mich verändere, dann bewirkt das gar nichts. (zweite Hürde)

Passend dazu:

»Jeder sollte versuchen, Dinge zu verändern. Wenn sich nach Ihrem Leben die Welt nicht verändert hat, was also hatten Sie hier verloren?«

Andrew Vachss

Und Hermann Hesse:

»Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.«

Hermann Hesse

Selbst wenn ich nun glaube das ich etwas ändern sollte, und wenn ich dann noch glaube, dass es etwas bringt, dann kommt die dritte Hürde: „Ich habe keine Zeit etwas zu verändern!“

Treffend dazu Honoré Balzac

»Ich bräuchte Ruhe, um meinen Verstand zu erquicken, und um Ruhe zu finden wäre es nötig, zu reisen, und zum Reisen braucht es Geld, und um an Geld zu kommen, muss man arbeiten. … Ich bin in einem Teufelskreis … aus dem ein Entkommen unmöglich ist.«

Honoré Balzac

In der Systemtheorie auch selbstverstärkende Rückkopplung genannt. Umgangssprachlich: Teufelskreis.

Nun nehme ich mir die Zeit, setzte neue Prioritäten, dann kommt die vierte Hürde: „Wie und wo soll ich anfangen?“ Jetzt sehe ich auf einmal den großen Berg vor mir, das Dickicht der Informationen, die Vielfalt der Probleme und ich werde immer kleiner, während das Wunschziel in weite Ferne rückt.

Und statt einfach loszugehen, der berühmte erste Schritt, bleibe ich stehen.

Hier eine chinesische Weisheit:

»Fürchte Dich nicht
vor dem langsamen Vorwärtsgehen,
fürchte Dich nur vor dem Stehenbleiben.«

Chinesische Weisheit

Fange bei dir selbst an, gehe langsam, verändere dich und du veränderst die Welt.

Wer nun diese vier Hürden genommen hat,

  • der übernimmt die Verantwortung für sich,
  • der übernimmt die Verantwortung für sein Handeln,
  • der übernimmt die Verantwortung für seine Zeit,
  • der übernimmt die Verantwortung für sein Leben!

Wer jetzt wirklich handelt, spürt sein Leben intensiv und erfährt neue Möglichkeiten.

Lǎozǐ hat das alles schon vor vielen, vielen Jahren sehr viel schöner gesagt:

»Wer den anderen kennt, ist klug.
Wer sich selbst kennt, ist weise.

Wer andere besiegt, hat Kraft.
Wer sich selbst besiegt, ist stark.

Wer sich durchsetzt, hat Willen.
Wer sich begnügen kann, ist reich.

Wer seinen Platz nicht verliert, hat Dauer.
Wer auch im Tode nicht untergeht, der lebt.«

Lǎozǐ, Dàodéjīng, Kapitel 33
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