Rituale, ein weiteres Wort, das allmählich aus unserem Sprachgebrauch verschwindet. Ein Ritual verbinden wir immer mehr mit etwas seltenem, etwas besonderem, etwas heiligem. Auf der anderen Seite die Routine, der Alltag. Das ewig Wiederkehrende, das Langweilige, die Pflicht.

Rituale oder Routine?

Im Pilates hat Astrid einen wundervollen Text vorgelesen:

»Woran denken Sie, wenn Sie das Wort „Ritual“ hören? An etwas Feierliches? An eine Art Zeremoniell? An bestimmte Symbole, Zeichen und Wortformeln? An Brauchtum und Kult? An bestimmt Ereignisse, die auf eine bestimme Art und Weise begangen werden? Oder einfach nur an Regeln, Routinen und Gewohnheiten?

All das lässt sich unter dem Begriff „Ritual“ fassen. Rituale haben etwas Wohltuendes, Beruhigendes, Klärendes, sie setzen Kraft frei und geben gleichzeitig Halt und Struktur.

Gemeinsam mit anderen zelebriert, schaffen sie Verbundenheit und vernetzen Einzelne zu einem größerem Ganzen.

Rituale können aber auch zu reinen Routinen erstarren, wenn die innere Beteiligung fehlt und die mit dem Ritual verbundenen Handlungen nur schematisch „durchgezogen“ werden.

Unser Alltag kennt viele Routinen, die wir sozusagen per „Autopilot“ erledigen, ohne mit den Gedanken oder dem Gefühl wirklich dabei zu sein. Jeden Morgen zur gleichen Zeit mit dem gleichen Bus zur Arbeit fahren, den Computer hochfahren, die Emails durchsehen …

Reine Routinen können uns abstumpfen lassen, Rituale hingegen spiegeln Bedeutung wider und geben Sinn.

Trotzdem haben natürlich auch die einfachen Alltagsroutinen ihren Platz. Sie geben den Gegenpol zum Aufregenden, Ungewissen und Ungewöhnlichen. Routinen schaffen Verlässlichkeit und vermitteln uns damit das Gefühl von Sicherheit und Kontrolle.«

Sigrid Engelbrecht, ‚Rituale in Stresszeiten‘

 

Im Extremfall stellt jede Tätigkeit ein Ritual dar. Jedes Tun, in Achtsamkeit. Jede Handlung als einmaliges Erlebnis deines Lebens. In diesem Sinne gibt es keine Routine, sondern nur Rituale. Das andere Extrem kennt nur den Alltag, nur die Monotonie des Seins. Es gibt keine Rituale, keine Farbklecks im Alltagsgrau.

Wie gestaltest du dein Leben zwischen den Extremen  100 % Rituale – 100 % Routine?

Es ist Weihnachten, eine besondere Zeit für viele Menschen. Ist es für dich eine Zeit der Routine oder eine Zeit der Rituale? Welche Rituale sind dir wichtig, welche Bedeutung haben sie für dich?

Abschlussfrage

Und welche Rituale pflegst du für dich, pflegst du in Gemeinschaft?

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