Das Universum und du. Manche Religion stellt den Menschen in den Mittelpunkt allen Seins. Der Mensch als Krone der Schöpfung? Als Folge davon glaubt die Krone der Schöpfung sich die Erde „Untertan“ machen zu können. Es wird eine Hierarchie gedacht. Hier der Mensch, dort der Rest. Hier die Krone, dort das untertänige Volk: Tiere, Erde, Luft, Wasser, Mitmenschen. Diese Trennung ist gefährlich, die Hierarchie ist töricht.

Wie groß ist die Krone der Schöpfung im Universum?

Die Rolle des Menschen im Universum, dessen Größe und Bedeutung veranschaulicht folgendes kurze Video.

Carl Sagan treffend:

»Look again at that dot. That’s here. That’s home. That’s us. On it everyone you love, everyone you know, everyone you ever heard of, every human being who ever was, lived out their lives. The aggregate of our joy and suffering, thousands of confident religions, ideologies, and economic doctrines, every hunter and forager, every hero and coward, every creator and destroyer of civilization, every king and peasant, every young couple in love, every mother and father, hopeful child, inventor and explorer, every teacher of morals, every corrupt politician, every „superstar,“ every „supreme leader,“ every saint and sinner in the history of our species lived there-on a mote of dust suspended in a sunbeam.«

Carl Sagan

 

Es gibt keine Alternative zur Erde

Trotz dieser unvorstellbaren Größe oder gerade deswegen sind alle Menschen miteinander verbunden. Wir sind ein Volk, das Menschenvolk. Wir leben auf diesem wunderbaren Planeten. Wir sind verbunden mit diesem Planeten, mit allen Wesen auf diesem Planeten. Wir brauchen uns. Wir brauchen diese Luft, dieses Wasser. Wir kennen keinen Planeten, auf dem wir sonst leben können!

»Denk daran, dass du alle Menschen bist und dass alle Menschen du sind.
Denk daran, dass dieses Universum du bist.
Denk daran, dass alles in Bewegung ist, wächst, du ist.«

Joy Harjo, Creek-Indianerin

Es ist erstaunlich, dass Menschen auf der ganzen Erde schon vor tausenden von Jahren immer wieder zu der Erkenntnis gelangt sind, dass alles eins ist. Der hawaiianische Schamanismus bezeichnet es als Kala.

Verbundenheit braucht keine Wissenschaft

Lange Zeit vor der Quantentheorie, lange Zeit vor der Theorie eines Big Bangs, lange Zeit, bevor die Wissenschaft sich zum dominierenden Weltbild erhoben hat. Lange Zeit davor haben normale Menschen, ohne Computer, ohne Internet, ohne CERN, sondern einfach mit Ihrem Verstand erkannt, dass wir alle miteinander verbunden sind. Nichts existiert unabhängig vom anderen.

Mögen wir uns heute auch so verhalten, dass wir unabhängig sind, dass wir nichts mit denen da draußen zu tun haben (z. B. mit denen die jeden Tag verhungern, mit denen die unter der Brücke schlafen, mit denen die unter Gewalt zu leiden haben, mit denen die ihrem Leben ein Ende setzen, weil sie nicht mehr weiter wissen …). Mögen wir glauben, dass unsere Haustüre uns von allem da draussen trennen mag, uns Sicherheit gibt. Mögen wir glauben, dass alleine unser Wohl im Mittelpunkt unseres Seins stehen mag.

Mögen unsere Wahrnehmungskanäle diese Verbindung nicht sehen, nicht fühlen, nicht hören, nicht riechen können. Mögen unsere Wissenschafter diese Verbindung nicht nachweisen können. Möge uns zwar die Chaostheorie verunsichern, die sich auch mit den Auswirkungen eines Schmetterlingsschlages beschäftigt. Die tiefe Verbindung in der Welt halten wir weiterhin für Utopie.

Was tun, wenn alles verbunden ist?

Wahrscheinlich könnten wir mit dieser Abhängigkeit gar nicht umgehen. Wenn jeder Gedanke nicht nur ein Gedanke wäre, sondern wenn er sich immer auswirkt, auslebt, wenn er sich in der Realität auf unterschiedlichen Arten manifestiert. Wenn unsere Art und Weise, die Welt zu sehen, die Welt zu dem macht, was wir glauben zu sehen. Wenn wir letzten Endes das ganze Universum in uns tragen, uns selbst aber nicht trauen, uns selbst nicht annehmen können, uns selbst nicht lieben – was bedeutet dies für das Universum? Was bedeutet es für uns? Und wo ist dort der Unterschied?

Es geht nicht darum, das Universum zu verändern. Sondern darum das Ganze zu sehen, die Gemeinschaft Erde, die Verbundenheit mit allem. Wir sind nicht die Herren der Welt, wir sind ein Teil von ihr. Als kleiner Teil die Verantwortung für das Ganze zu übernehmen, ein kleiner Teil der fortwährenden Veränderung zu sein. Es annehmen, wie es ist.

Lǎozǐ hilft an dieser Stelle.

»Glaubst du, du könntest das Universum
übernehmen, es verbessern?
Dies scheint mir unmöglich.

 

Das Universum ist heilig.
Du kannst es nicht verbessern.
Wenn du versuchst, es zu verändern,
zerstörst du es.
Wenn du versuchst, es festzuhalten,
verlierst du es.«

Lǎozǐ, Dàodéjīng, Kapitel 29 (nach Feng & English)

Du machst einen Unterschied

Dein Leben bewegt sich zwischen zwei Extremen. Auf der einen Seite die Wahrnehmung der unendlichen Größe des Universums und der damit verbundenen eigenen Bedeutung. Auf der anderen Seite du, dein Leben, deine Wahrheiten, deine Welt. Ein Spiel zwischen totaler Bedeutungslosigkeit (es ist egal, was ich tue) und du bist der Gestalter der Welt.

Wie wäre es mit einem Mittelweg. Du kannst die Welt nicht gestalten, nicht alleine. Und DU machst einen Unterschied. Ob es dich gibt oder nicht, macht einen Unterschied. Du kannst durch dein Sein wirken. Dein Lächeln wirkt, deine Hilfsbereitschaft wirkt, dein offenes Ohr für andere wirkt, deine Handlungen wirken. Ohne dich wäre die Welt eine andere.

Abschlussfrage

Möchtest du ein isoliertes Minisandkorn im Universum sein – oder Teil der Gemeinschaft Erde? Welche Verantwortung übernimmst du als Teil der Gemeinschaft Erde? Wie möchtest du wirken? Welchen Unterschied machst du?

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