Gerade habe ich folgende Zeilen von Kurt Tucholsky (Park Monceau) entdeckt:

Hier ist es hübsch. Hier kann ich ruhig träumen.
Hier bin ich Mensch – und nicht nur Zivilist.
Hier darf ich links gehen. Unter grünen Bäumen
sagt keine Tafel, was verboten ist.

Kurt Tucholsky

Besonders die Verbotstafeln finden wir in jedem Park. Ganz ausführlich beschreiben sie was hier alles nicht getan werden darf. Ich frage mich, ob dies wohl typisch für unsere Art zu Leben ist. Wir betreten einen Park und werden zuerst belehrt, was wir nicht tun dürfen. Welche Kultur steckt hinter diesem Ansinnen? Welches Menschenbild?

Ja, sicherlich, manche sind so unvernünftig, dass sie im Park Ball spielen, andere hören sogar laute Musik oder breiten Decken aus. Von Grillen und Essen und Trinken ganz zu schweigen. Und Blumen pflücken ist natürlich auch verboten.

Nun ja, sehen wir es positiv. So können wir unsere Nase wenigsten mit einem guten Gewissen in die Angelegenheiten anderen stecken und dort genau hinsehen, ob diese sich auch wirklich daran halten ;-).

Was würde wohl passieren, wenn über Nacht alle Verbotsschilder in unseren Parks verschwinden würden …

Hm, es ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber die Menschen würden wieder mehr mitdenken, Verantwortung übernehmen, nach eigenen Maßstäben handeln (und ja, nicht alle individuellen Maßstäbe sind konsensfähig) – aber macht dies nicht die Freiheit auch aus? Die Freiheit Dinge nach eigenen Maßstäben zu tun.

Und vielleicht, nur ganz vielleicht, hätten wir wieder mehr Spaß in Parks. Und es wäre nicht so, dass man den Eindruck gewinnen könnte, dass der Besuch eines Parks eine ernste Angelegenheit ist.

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