Viele sehnen sich nach Gemeinschaft, sei es eine Beziehung oder eine Gruppe. Sie möchten ein Teil davon sein. In Gemeinschaft sein, bedeutet gesehen zu werden, vermisst zu werden, dazu zu gehören, füreinander da zu sein. Gemeinschaft bedeutet Gegenseitigkeit. Gemeinschaft bedeutet in Resonanzbeziehungen zu leben.

Resonanz braucht Gegenseitigkeit.

Hartmut Rosa bringt es mit dem Begriff der Selbstwirksamkeit in Verbindung.

»Eine Resonanzbeziehung bedeutet nicht nur, dass mich etwas von draußen erreicht, sondern ich muss auch selbst dieses Ding da draußen erreichen oder berühren können. Das kann ein anderer Mensch sein, oder wenn ich Geige spiele, erfahre ich Selbstwirksamkeit, weil ich es verstehe, diesem Instrument Töne zu entlocken.«

Hartmut Rosa

 

Darüber hinaus trennt er die Aneignung von Dingen und die Anverwandlung.

»Ich versuche zu unterscheiden zwischen dem Prozess der Aneignung von Dingen und der Anverwandlung. Ich habe mir eine Sache erst anverwandelt, wenn ich sie für mich zum Sprechen gebracht habe, wenn ich eine Beziehung zu dieser Sache einnehme, die mich dabei berührt, wirklich bewegt und verändert. Ich nenne solche Beziehungen Resonanzbeziehungen.«

Hartmut Rosa

 

Selbstwirksamkeit und Anvertrautheit sind wesentliche Elemente von Resonanz. Nur wenn ich meine eigene Wirksamkeit im einer Beziehung zu einem Menschen oder einer Sache spüre, kann ich Resonanz erleben. Wirksamkeit ist kein Fast Food, Wirksamkeit braucht Beziehung, Wirksamkeit braucht Zeit.

Resonanzbeziehungen durch Berührung

Wirksamkeit braucht die Offenheit, sich berühren zu lassen. Wenn dich nichts mehr wirklich berührt, führt dies zur Entfremdung. Alles wird so fremd, es wird äußerlich, es bedeutet dir nichts mehr.

Ein aktueller Ausdruck ist unsere Erkenntnis, dass unser Lebensstil nicht zu den Ressourcen der Erde passt und wir unsere eigene Lebensumwelt (Temperatur, Wetter, Luftqualität, Wasserqualität, Lebensmittelqualität, …) zerstören – und dennoch berührt es uns nicht so sehr, als dass wir gemeinschaftlich wirklich etwas verändern.

Resonanz oder Anverwandlung aus Sicht des kleinen Prinzen

Antoine de Saint-Exupéry umschreibt dies mit ›zähmen‹.

»Der Fuchs verstummte und schaute den Prinzen lange an:
„Bitte … zähme mich!“ sagte er.
„Ich möchte wohl“, antwortete der kleine Prinz, „aber ich habe nicht viel Zeit. Ich muß Freunde finden und viele Dinge kennenlernen.“
„Man kennt nur die Dinge, die man zähmt“, sagte der Fuchs. „Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgend etwas kennenzulernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften. Aber da es keine Kaufläden für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr. Wenn du einen Freund willst, so zähme mich!“«

Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz

 

Der Dialog zwischen dem Fuchs und dem kleinen Prinzen zur Bedeutung von Zeit, Verantwortung und Beziehung.

»Und er kam zum Fuchs zurück: »Adieu«, sagte er … „Adieu“, sagte der Fuchs. „Hier mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
„Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“, wiederholte der
kleine Prinz, um es sich zu merken. „Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig.“
„Die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe …“, sagte der
kleine Prinz, um es sich zu merken.
„Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen“, sagte der Fuchs.
„Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich …“
„Ich bin für meine Rose verantwortlich …“, wiederholte der kleine Prinz, um es sich zu merken.«

Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz

Zeit für Resonanzbeziehungen

Gerne und oft wird der Satz „man sieht nur mit dem Herzen gut“ zitiert. Der folgende Satz erscheint mir ebenso bedeutend:

»Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig.« (Original: »C’est le temps que tu as perdu pour ta rose qui fait ta rose si importante.«)

Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz

Zeit, die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe. Eine wundervolle Umschreibung für die Bedeutung der Zeit für Resonanzbeziehungen.

Resonanzbeziehungen brauchen

  • Gegenseitigkeit, keine Einbahnstraße der Bezogenheit
  • Berührung im Sinne von Betroffenheit, etwas in einem hervorrufen
  • Zeit für gemeinsame Erlebnisse, Aktivitäten
  • Verantwortung füreinander

Abschlussfrage

Möchtest du Resonanzbeziehungen erleben? Was bist du bereit zu geben?

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