Viele Menschen verlernten zu denken. Dabei vergassen sie auch, dass sie einmal denken konnten. Heute wiederholen sie Gedanken, sie leben in dem sie wiederkauen, was in ihrem Kopf an vorgefertigten Informationen abrufbar ist. Dabei ist denken der kreativste, menschlichste, mächtigste Prozess des Mensch-Seins.

»Wie man über ein Wesen oder eine Sache denkt, so fühlt man über kurz oder lang auch. Und wie man über es fühlt, so handelt man schließlich auch. Das gilt im positiven, wie im negativen.«

Verfasser unbekannt

Um Handeln zu erzeugen, ist der erste Schritt die Veränderung des Denkens. Da fällt mir ‚Achte auf Deine Gedanken‘ ein, wunderschöne Zeilen.

»Achte auf deine Gedanken,
denn sie werden deine Worte.
Achte auf deine Worte,
denn sie werden Handlungen.
Achte auf deine Handlungen,
denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten,
denn sie werden deine Charakter.
Achte auf deinen Charakter,
denn er wird dein Schicksal!«

Talmud

Unser mechanisches Weltbild misst den Gedanken keinen großen Einfluss bei. Gedanken dienen der Beschreibung der Realität und zur Formulierung der mechanischen Regeln. Denken im Sinne der Weltsicht von Newton, der Beobachter, der die objektive Welt wahr nimmt, die nach klaren Gesetzen funktioniert.

Das deine Gedanken die Welt prägen, die – wie wir seit Einstein wissen – nicht ›objektiv‹ ist, sondern sozial polyvalent konstruiert wird; dies kommt viel zu selten aus unseren Gedanken. Wir lernen Logik, Ableitungen, Gesetze, wie Maschinen lernen wir Texte auswendig. Systematisch lernen wir bereits ‚Gedachtes‘ wieder zu kauen, wieder und wieder.

Was wir nicht lernen, ist unseren Kopf zu gebrauchen – wir lernen nicht zu denken.

Denken als Prozess des Schaffens von Realitäten, denken als Prozess der eigenständigen Art und Weise die Welt zu konstruieren, denken als Prozess bestehendes in Frage zu stellen, denken als Prozess die Widersprüche, die Vielfalt in der Welt zu erkennen – das brauchen wir. Das ist ein Denken, welches die Augen öffnet für die vielen Beeinflussungen durch unsere Gedanken.

Doch die Menschen, die unsere Schulpläne machen, setzen weiterhin auf der Wiederholung von bereits Gedachtem. Wir lernen rechnen, nicht denken. Denken als Schulfach kommt kaum vor. Welches Schulfach bräuchten wir, damit die Menschen wieder selbst denken lernen?

Hier eine kurze Liste möglicher Schulfächer:

  • Wie verwirkliche ich meine Träume?
  • Wie entwickle ich Selbstachtung, Selbstverantwortung und Selbstliebe?
  • Was ist mir wirklich wichtig im Leben?
  • Wie kann ich das Glück in meinem Leben fördern?
  • Welche Bedeutung hat Geld in meinem Leben?
  • Wie gehe ich mit der Unsicherheit im Leben um, wie mit Angst?
  • Wie mache ich positive, bereichernde, stärkende Erfahrungen?
  • Wie gehe ich mit Niederlagen, Rückschlägen um?

Denkst du schon – oder wiederholst du bereits Gedachtes, Gedanken?

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