Glück, glücklich sein, Glück haben – kein anderer Begriff übt diese Begehrlichkeit aus. Nach dem Glück streben viele, Glück ist neben der Liebe das hohe, ideele Gut unserer Gesellschaft. Im Himmel fühlt sich der, welcher Glück, Geld und Liebe sein eigen nennt. Vom Glück, seine Formen, um Glücksaktivitäten und um ein Ministerium für Glück und Wohlbefinden handelt dieser Beitrag.

Es gibt sie, die Menschen, die das Glück kennen. Hier erzählt einer, der das Glück im Alltag gefunden hat (aus Marcel Proust, ‚Auf der Suche nach der verlorenen Zeit‘, Band 1):

»Gleich darauf führte ich, ohne mir etwas dabei zu denken, doch bedrückt über den trüben Tag und die Aussicht auf ein trauriges Morgen, einen Löffel Tee mit einem aufgeweichten kleinen Stück Madeleine darin an die Lippen. In der Sekunde nun, da dieser mit den Gebäckkrümeln gemischte Schluck Tee meinen Gaumen berührte, zuckte ich zusammen und war wie gebannt durch etwas Ungewöhnliches, das sich in mir vollzog. Ein unerhörtes Glücksgefühl, das ganz für sich allein bestand und dessen Grund mir unbekannt blieb, hatte mich durchströmt. Es hatte mir mit einem Schlag, wie die Liebe, die Wechselfälle des Lebens gleichgültig werden lassen, seine Katastrophen ungefährlich, seine Kürze imaginär, und es erfüllte mich mit einer köstlichen Essenz; oder vielmehr: diese Essenz war nicht in mir, ich war sie selbst. Ich hatte aufgehört mich mittelmäßig, zufallbedingt, sterblich zu fühlen. Woher strömte diese mächtige Freude mir zu?«

Marcel Proust

In diesem Sinne Samuel Taylor Colerdige, der im Alltag durch die kleinen Schritte zum Glück gelangt:

»Das Glück unseres Lebens setzt sich aus winzigen Kleinigkeiten zusammen – den kleinen, bald vergessenen Wohltaten eines Kusses oder Lächelns,
eines freundlichen Blicks,
eines von Herzen kommenden Kompliments –,
zahllosen, unendlich kleinen Dosen angenehmer und belebender Freuden.«

Samuel Taylor Colerdige

Es kann sein, dass Tee und ein Madeleine bei dir nicht hilft oder du gerade kein Madeleine hast, dann hat Sonja Lyubomirsky (‚Glücklich sein‘) zwölf Glücksaktivitäten, die wissenschaftliche Variante das Glück zu finden:

  1. Entwickeln Sie Ihre Fähigkeit zur Dankbarkeit
  2. Seien Sie Optimistisch
  3. Vermeiden Sie Grübeleien und soziale Vergleiche
  4. Seien sie hilfsbereit
  5. Pflegen Sie Ihre sozialen Beziehungen
  6. Entwickeln Sie Bewältigungsstrategien
  7. Lernen Sie zu vergeben
  8. Schaffen Sie Flow-Erfahrungen
  9. Genießen Sie die Freuden des Lebens
  10. Verwirklichen Sie Ihre Lebensträume
  11. Beschäftigen Sie sich mit Religion und Spiritualität
  12. Sorgen Sie für Ihren Körper: Meditation, Sport, Vorwegnahme des Glücks

In ihrem Buch gibt sie Hinweis darauf, welche von diesen Glücksaktivitäten für dich gut sind (ein kleiner Test inklusive).

Die staatliche Variante zum Thema Glück wird in diesem Beitrag beschrieben, das Ziel ist ein Ministerium für Glück und Wohlbefinden!

Ob du dein Glück im Alltag, durch die Wissenschaft oder staatliche untersützt findest, ich weiß es nicht. Fast vergessen, es gibt noch die Glücksvariante, na ja, eher das Glücksbemühen in Verbindung mit Wohlstand, mit Haben, mit Besitz.

Wenn du das Glück im Wohlstand suchst, hier ein paar Worte vom Dalai Lama:

»Es gibt zwei Wege, die Ursachen für Glück zu schaffen. Der erste ist äußerlich. Durch eine bessere Unterkunft, bessere Kleidung und bessere Freunde können wir ein gewisses Maß an Glück und Zufriedenheit finden. Der zweite Weg besteht in geistiger Entwicklung, die inneres Glück hervorbringt.

Diese beiden Vorgehensweisen sind jedoch nicht gleichermaßen zweckdienlich.

Äußeres Glück kann nicht lange ohne sein Gegenstück andauern. Wenn es in unserer Ausrichtung an etwas mangelt – wenn etwas in unserem Herzen fehlt –, dann können wir auch trotz luxuriösester Umgebung nicht wirklich glücklich sein. Wenn wir jedoch geistigen Frieden haben, dann können wir Glück auch unter den schwierigsten Umständen finden.«

Dalai Lama

Eines haben diese Ansätze gemeinsam, vom Warten auf das Glück ist noch keiner glücklicher geworden. Das Glück wohnt in der aktiven Gestaltung des Augenblicks.

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