Jeder kennt es – sein Selbstbild. Jeder gibt sich selbst Eigenschaften, Werte, Erwartungen, Grenzen, Glaubenssätze, Vorstellungen, mentale Modelle, Konstruktionen und Problemlösungsmethoden. Die Summe daraus ist dein Selbstbild. Die entscheidende Frage zum Selbstbild lautet, ob es sich für den einzelnen Menschen als förderlich erweist, ob es den Menschen in aktiven Lebensgestaltung und Potentialentfaltung unterstützt?

Spannend wird das Selbstbild in der Interaktion mit anderen Menschen. Welche Rolle spielt das Selbstbild dabei? Eine einfache Frage bringt es auf den Punkt: »Bestätigt der Andere mein Selbstbild – ist er für oder gegen mich?«

Oft bewerten wir Menschen danach, ob sie unser Selbstbild bestätigen oder nicht. Und welch Schmeichelei für deine Seele, wenn du auf jemanden triffst, der dein Selbstbild bestätigt. Der gleiche Ansichten wie du besitzt, bei dem du dich in seinen Aussagen wiederfinden kannst, dessen Vorgehensweise sich mit deiner deckt.

Doch wehe dem, der dein Selbstbild in Frage stellt. Wehe dem, der die „falschen“ Fragen stellt, die „falschen“ Aussagen macht, die „falschen“ Ideen einbringt.

Sobald jemand unser Selbstbild gefährdet – bekommen wir Angst. Angst, ein falschen Selbstbild zu haben (d. h. wir entsprechen nicht dem, der wir glauben zu sein) – oder Angst, dass unser Selbstbild falsch ist (d. h. wir entsprechen zwar dem Selbstbild, aber das Selbstbild selbst ist nicht richtig, nicht gut genug).

Angst. Ein gutes Gefühl. Ein Gefühl, dass Achtsamkeit braucht. Schauen wir genauer hin.

Wenn eine andere Person dein Selbstbild – durch sein Handeln oder seine Worte – in Frage stellen kann, wie stehst du dann zu deinem Selbstbild?

Oder anders formuliert,

  • wenn du dein Selbstbild kennst,
  • wenn sich dein Selbstbild für dich stimmig anfühlt,
  • wenn du um die dunklen Ecken im Selbstbild weißt,
  • wenn dir klar ist, wo dein denken, fühlen und handeln noch nicht deinem Selbstbild entspricht,
  • wenn du dich so annimmst, so wie du bist und
  • du so handelst und sprichst, wie es deinem Sein entspricht – und du nicht „scheinen“ möchtest,

dann spielt es keine Rolle, was andere tun oder sagen, welches Fremdbild andere von dir haben.

Somit kannst du mit anderen in einen neugierigen Austausch treten, deren Handlungen und Worte beobachten, neugierig erkunden, aufnehmen – ohne Angst um dein Selbstbild.

Hier ein paar Fragen zum Selbstbild:

  • Was würde passieren, wenn mein Selbstbild gar nicht wahr wäre?
  • Bin ich bereit mein Selbstbild in Frage zu stellen?
  • Verhalte ich mich glaubwürdig zu meinem Selbstbild – oder versuche ich etwas darzustellen, was ich nicht bin („scheinen wollen“)?
  • Wie wäre es für mich, wenn ich feststellen würde, dass mein Selbstbild nicht der Realität entspricht?
  • Bin ich bereit mit anderen zu interagieren, ohne mein Selbstbild schützen zu wollen?
  • Was würde ich verlieren, wenn ich mein Selbstbild verändern würde?
  • Kann ich Selbstbilder von anderen – die meinem Selbstbild widersprechen – akzeptieren?
  • Was hat es mit mir zu tun, dass ich das Selbstbild des Anderen ablehne?
  • Welche Teile daraus lehne ich ab?
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