Schubladen denken. Schublade auf, Mensch rein, Schublade zu. Veränderung ausgeschlossen. Sogar den Menschen an sich stecken wir in Schubladen. Eine kleine Sammlung der Schubladen für uns Menschen:

  • Homo faber: Der Mensch als Macher
  • Homo oeconomicus: Der Mensch als Käufer
  • Homo ridens: Der lachende Mensch
  • Homo viator: Der Mensch ist ein Wesen auf dem Weg
  • Homo ludens: Der spielende Mensch
  • Homo sapiens: Der kluge Mensch, der weise Mensch

Und zu welchem Homo-Typ zählst Du Dich?

Fehlen sogar noch weitere Schubladen für uns Menschen?

Wer Schubladen einführt, gibt damit Alternativen vor – er gibt die Kategorien der Gedanken vor. Was Du nicht denken kannst, existiert für Dich nicht. Von Protagoras ist folgendes überliefert: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der seienden, dass sie sind, der nichtseienden, dass sie nicht sind.“

In der Tierwelt heißt es: Fressen – oder gefressen werden. Auf die Menschen übertragen könnte es lauten: Definieren – oder definiert werden.

Wer definiert Deine Kategorien, die Dinge, die es in Deinen Gedanken gibt? Wer definiert für Dich „gut“ und „böse“; „richtig“ und „falsch“? Wem glaubst Du in einer Internet-Welt, in der es über ein Thema viele Beiträge gibt, die negativ sind – und es meist ebenso viele Beiträge, die positiv sind?

In eine Art von Kategorien sind Rezepte. Ob es nun die „10 Wege zum Glück“ oder „Der einfache Weg Reich zu werden“ oder „So lernst Du Deinen Traummann in 60 Tagen kennen“ ist. Eine Anleitung zur Zielerreichung universell gültig ist wie ein Rezept. Für jeden anwendbar, zu jeder Zeit.

Und wie Kategorien engen Rezepte ein, sie schalten das eigene Denken, die Intuition, das Gewahrsein überwiegend aus. Du musst selbst nicht mehr denken. Und falls es doch nicht klappt, so warst Du es nicht, sondern das Rezept hat einfach nicht gepasst. Wie gut, dass unsere Gesellschaft sehr viele Rezepte hat, die kannst Du alle ausprobieren. Am besten kaufst Du zu jedem Rezept ein oder mehrere Bücher (die Du dann nur anliest). Das freut die Wirtschaft und Du kannst getrost sagen, dass Du es ja probiert hast.

So verhält es sich auch mit der Mode, nichts als Kategorien. Was ist gerade „in“, was ist „out“? Wer sich danach hält macht nichts falsch, er ist immer „in“. Er schaltet den eigenen Geschmack weitestgehend aus, richtet sich nach anderen. Kreativ sein, ver-rückt sein, eigene Idee entwickeln und umsetzen – Fehlanzeige.

Wie sagte es Anton Corbijn:

»Für mich es es unnatürlich und beschämend, dass Menschen ihre Individualität verlieren, weil sie einem Muster folgen; dass sie sich modische Verhaltensweisen aneignen, nur um ins System zu passen.«

Anton Corbijn

Werde still und denke das noch nicht gedachte!

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